Gottheiten

Auf der Seite Geist und Magie hast du gelernt, wie alle Materie eine geistige Seite besitzt, sowohl jedes Objekt, wie auch jedes Individuum und auch der gesamte Kosmos. Wo genau sind hier also die Gottheiten als Geistwesen zu verordnen? In vielen Mythologien scheinen sie ursprünglich die Geister der Planeten gewesen zu sein. Ihre Wichtigkeit ist heutzutage nicht mehr wirklich nachvollziehbar, denn bei der Lichtverschmutzung können wir die Planeten kaum noch sehen, geschweige denn richtig identifizieren. Du musst dir jedoch vorstellen, dass die Menschen früher nur schwach leuchtende Kerzen und Fackeln hatten, um die Nacht zu erleuchten. Wenn du einmal an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung warst, hat dir der Anblick der glitzernden Milchstraße wie ein dickes Band aus Diamanten über den Nachthimmel wahrscheinlich den Atem geraubt. Nun stell dir vor, dass du diesen Anblick Nacht für Nacht hast. Dann wird dir nach nur kurzer Zeit auffallen, dass sich fünf der Abermillionen Sterne stetig auf derselben Bahn, der Ekliptik, über das Firmament bewegen und manchmal sogar rückläufig werden. Aufgrund der Bewegung der Planeten und ihrem Einfluss auf die Vorkommnisse auf der Erde schlossen Menschen auf ihr Wesen. So ist Merkur zum Beispiel in den unterschiedlichsten Kulturen als Götterbote bekannt, der Botschaften zwischen den übrigen Gottheiten austauscht. Das liegt daran, dass Merkur sich am schnellsten über die Ekliptik bewegt und dreimal im Jahr rückläufig wird, sich zwischen den anderen Planeten vor und zurückbewegt. Venus als schönster und hellster Stern am Himmel war in vielen Kulturen als die Göttin der Liebe und Schönheit bekannt, die jedoch auch eine dunkle, kriegerische Seite hatte. Tatsächlich wandert die Venus während ihres Zyklus einmal durch „die Unterwelt“, sprich sie ist für einige Wochen nicht zu sehen, wenn sie vom Morgenstern zum Abendstern und vom Abendstern zum Morgenstern wird. Auch alle anderen Planeten wurden ihrem Wesen nach als Gottheiten verstanden, als mächtige Geister ihrer Himmelskörper. Doch kamen auch immer mehr Gottheiten hinzu, die keinen Himmelskörper zu haben schienen. Welchen Teil des Einen Göttlichen stellen sie dar? Die übrigen Gottheiten können als Geister unterschiedlicher Lebensbereiche – ihrer Körper – gedeutet werden. Das können grob gefasste Bereiche sein wie die Liebe oder der Reichtum, aber es können auch sehr spezifische Bereiche sein wie die Schifffahrt oder die Jagd. Oft sind es auch mehrere kombinierte Bereiche. So wie die planetaren Gottheiten verfügen sie über viel Macht in ihrem Bereich, sind jedoch nicht allmächtig, denn nur das Eine Göttliche, die Gesamtheit von allem, was ist, ist allmächtig.

Gottheiten als mächtige Geistwesen

Wie kann ich mit Gottheiten zusammenarbeiten?

Während die eigenen Ahnen ein persönliches Interesse an einer Zusammenarbeit haben, Naturgeister dem Menschen eher neutral gegenüber eingestellt sind, scheinen Gottheiten den Menschen insbesondere in seiner spirituellen Entwicklung helfen zu wollen, weswegen sie oft als Geistführer auftauchen. So geht der Erstkontakt in den meisten Fällen von der Gottheit selbst aus. Das kann in Träumen, auf Hexenflügen, in Visionen oder in immer wiederkehrenden Zeichen und Zufällen geschehen. Vielleicht liest du immer wieder ihren Namen, siehst im Alltag immer wieder ihre Attribute und Symbole oder erhältst zufällige Botschaften, die von ihnen zu stammen scheinen. Beginne in diesem Fall, dich über die jeweilige Gottheit zu informieren, indem du dich mit ihrer Mythologie auseinandersetzt. Lerne ihre Geschichte kennen, ihre heiligen Tiere, Pflanzen und Symbole. Welche Vorlieben und Abneigungen haben sie? Möchtest du einen engeren Kontakt eingehen, kannst du einen Altar ihrem Geschmack nach einrichten und dort Kerzen und Opfergaben arrangieren. Die Kommunikation erfolgt über den Hexenflug oder von Geist zu Geist durch das sogenannte„Beten“. Antworten erhältst du in geistigen Bildern, intuitiv oder auch durch Orakelmethoden.

Warum ist es vorteilhaft, mit einer Gottheit zusammenzuarbeiten?

Als sehr viel weiterentwickelte Wesenheiten besitzen Gottheiten über viel Macht und Einfluss in ihren Herrschaftsbereichen. Neben ihrer Aufgabe als Geistführer, die dir in deiner spirituellen Entwicklung weiterhelfen, können sie auch für schnelle und kraftvolle Manifestationen deiner Zauber und Rituale als Hexe helfen. Oft wird dein Leben ab dem Zeitpunkt an eine vollkommen neue Richtung einschlagen. Du wirst überwältigende Erkenntnisse über dich bekommen und neue Wege werden sich eröffnen, sodass du deiner Berufung näherkommst. Das verführt schnell dazu, sie als eine Art „Geldautomaten“ für die eigenen Ziele zu betrachten. Das heißt, man betet oder bringt ihnen Opfergaben dar und bekommt dafür die Erfüllung eines Wunsches zurück. Das ist jedoch die falsche Einstellung und wird dich schnell in eine Sackgasse, wenn nicht in Schlimmeres, führen. Hast du Kontakt zu einer Gottheit aufgenommen, betrachte es als Beginn einer Freundschaft. Ihr steht im Austausch miteinander, weil ihr euch mögt, nicht, weil ihr euch bezahlt. Bei einem Ritual kannst du die Gottheit dann vorher anrufen und sie um Unterstützung bitten. Das Ritual führst du in ihrer Gegenwart aus und übergibst ihr die Intention geistig.

Ich dachte, ich forme meine Realität selbst. Wozu dann die Unterstützung einer Gottheit?

Als Menschen erfahren wir oft Ohnmacht in unserer Realität. Wir können z. B. nicht fliegen, beherrschen keine Teletransportation und selbst die erfahrensten Hexen können nicht mit dem Finger schnipsen und erhalten, alles was sie wollen. Es ist nunmal Teil dieser Realität, nicht immer all das zu bekommen, was man will. Genau das führt jedoch dazu, dass wir unsere Macht oft unterschätzen. Dann führen wir einen Zauber aus, glauben aber nicht wirklich an die Erfüllung, was die Manifestation blockiert. Die Zusammenarbeit mit einer Gottheit, überbrückt diesen Zweifel, weil wir nun einen mächtigeren Partner an unserer Seite haben. Wenn wir selbst nicht an die Manifestation glauben können, so kann es die Gottheit auf jeden Fall. Und dann sind wir ja auch Teil von allem, das die Realität formt. Das heißt auch, dass die Gottheiten Teil von uns sind. Sie sind damit ein nach außen projizierter, mächtiger Eigenanteil, der die eigene Realität formt.